Als Dozent für Theaterpädagogik war ich tätig an der Hochschule für Sozialpädagogik Stuttgart-Botnang und an der Grundschule Waiblingen. Heute unterrichte ich immer noch an der Abenteuerschule Stuttgart und bei der Naturfreunde-Jugend Württemberg. 2013-2014

Und ein bisschen Schauspielerfahrung habe ich natürlich auch:

-      Sprechrolle in der ARD-Vorabendserie „Frauen können’s besser“

-      Hauptrolle in Peter Turrinis Stück „Josef und Maria“, Inszenierung 2011 von Tina Speidel für das Theater im Breuningerland, Ludwigsburg

(Eine für alle - Frauens könnens besser 2009)

(Die Physiker - mit Susanne Heydenreich)

 

(Reinhold Weiser)
(Die Physiker 2007)
 
 
 
ein fürstliches Festmahl bei Herzog Carl Eugen… im Residenzschloss Ludwigsburg 2011 bis 2015.
hier mit meiner sehr netten Kollegin Anne Raquet. Regie: Thomas Weber. Textbuch : Kerstin Kind, Anne Raquet, Torsten Fuchs.
 
michael christensen big apple
Michael Christensen (Big Apple Circus NY)
 
 
 
Liebe im Warenhaus
Premiere im Breuningerland mit Turrinis "Josef und Maria"
Peter Turrinis 1980 uraufgeführtes Stück "Josef und Maria" mit seinem
konsumkritischen Tenor feierte nun im Breuningerland Premiere: An einer Spielstätte
also, in der naturgemäß eine geballte Ladung Konsum und Kommerz anzutreffen ist.
Für sein Lebenswerk wurde der österreichische Schriftsteller
Peter Turrini in diesem Jahr mit dem Nestroy-Theaterpreis
ausgezeichnet. Auch in Deutschland stehen die
gesellschaftskritischen Heimatstücke des gerne auch mal
unbequemen Turrini auf vielen Spielplänen.
"Kultur im Kommerztempel, das ist doch toll", sagte der
Breuningerland-Centermanager Jörg Harengerd vor der
Premiere in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Schon seit
längerem hatte er mit einer Aufführung des Turrinischen
Stückes in seinem Haus geliebäugelt. Nachdem er mit dem
Schauspieler Torsten Fuchs seinen Wunsch-Josef gefunden hatte, Ulrike Kinbach für die Rolle der
Maria gewinnen und Regisseurin Tina Speidel verpflichten konnte, wurde aus der Idee vom
Theater im Kaufhaus Wirklichkeit: Seit Sonntag können die Zuschauer das Breuningerland nicht
nur als Flanier- und Einkaufseldorado, sondern auch als einen Spielort erleben, der an
Authentizität kaum zu überbieten ist: Bevor die beiden Akteure die zur Bühne umfunktionierte
Einkaufspassage betreten, mahnt eine typische, blutleere männliche Kaufhaus-Durchsage-Stimme
über Lautsprecher zum Kauf eines künstlichen Weihnachtsbaumes - der Brandgefahr wegen. Der
Zuschauer lässt seinen Blick umher schweifen und erblickt eben jene artifiziellen Bäumchen
zuhauf: Von der Decke baumelnd, üppig ausstaffiert mit Weihnachtsklimbim jeglicher Art. Das ist
mal ein realistisches Setting.
Nach einer etwas langatmigen, rein werkbedingten Anlaufphase (Peter Turrini ist wirklich ein sehr
politischer Autor und lässt seine Protagonisten schon mal "Die Internationale" schmettern)
gewinnt die Aufführung von "Josef und Maria" zunehmend an Fahrt.
Ulrike Kinbach glänzt in ihrer Rolle als Aushilfsputzfrau mit Abneigung gegen die Schwiegertochter
und Hang zum Trost spendenden Flachmann. Torsten Fuchs gibt den nur scheinbar braven
Wachmann Josef, der eine bewegte Vergangenheit hat, mit großem Gespür für die Tragik dieser
Figur. Diese beiden älteren, "vom Leben ausrangierten" Menschen treffen sich am Heiligen Abend
nach Ladenschluss in dem ansonsten leeren Kaufhaus.
Sie reden über sich und ihre Leben: Er philosophiert, politisiert und räsoniert, sie bringt die Dinge
auf den Punkt und kippt sich nebenher den Klaren aus dem Geschenkkorb hinter die Binde. So
erzählen sie erst mal aneinander vorbei und der Zuschauer sieht schon das Damoklesschwert des
unheilsamen Endes über sich schweben, da entdecken die beiden längst vergessen geglaubte
Gefühlsregungen und landen schlussendlich "in der Kiste", sprich auf einem mit Watte
aufgehübschten Holzschlitten.
Da freut sich der Zuschauer über das versöhnliche Ende nach den Geschichten aus den ansonsten
zum Schweigen verdammten Mündern. Sehr ergötzlich: der Tangotanz von Maria und Josef. Ulrike
Kinbach und Torsten Fuchs sind überaus agil, temperamentvoll und sexy und entsprechen in
diesen Minuten gar nicht mehr dem Klischee der "Übriggebliebenen". Ach, wenn es doch im
wahren Leben auch so wäre: Ein Schnipp und die Vergangenheit ließe sich kurzerhand wegtanzen.
Aber nicht umsonst trägt Turrinis Stück den Untertitel: "Ein Weihnachtsmärchen für Erwachsene".